Spondylodiszitis in der CT sichtbar ?

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Die Patientin gab Bauchschmerzen an, die auch nach dorsal in den Rücken einstrahlten. In der durchgeführten Abdomen CT fiel bei der ersten Durchsicht ein vermehrter Lymphknotenbesatz paraaortal in Höhe der Oberbauchorgane auf.

Ein umschriebener Fokus intraabdominal ließ sich aber nicht nachweisen. Aufgrund der konkreten klinischen Angabe mit Rückenschmerzen ohne erinnerliches Trauma zunächst Bildrekonstruktionen im Knochenfenster:

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Im Segment LWK 2/3 Vakuumphänomen, dies wird in der Literatur eher als Gegenindikator für eine Spondylodiszitis angesehen (z.B. Radiologische  Diagnostik der Knochen und Gelenke  von Klaus Bohndorf, Herwig Imhof,Klaus Wörtler,3. Auflage, S.266).

Dennoch zeigt sich bei gezielter Suche nach suspekten Weichteilformationen genau in diesem Segment zirkuläre Verdichtungen die bis an die Aorta von dorsal heranreichen:

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sp5 sp6

Diese Befunde in Zusammenspiel mit den vergrößerten Lymphknoten führten zur Verdachtsdiagnose “Spondylodiszitis” mit der Empfehlung zur Befundverifizierung in der MRT:

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sp4 sp17sp16

In der MRT mit Kontrastmittel dann die Bestätigung mit signalreichen, KM-aufnehmenden Veränderungen zirkulär um das Bandscheibenfach (auch bis intraspinal) und Mikroabszessen im angrenzenden M. psoas beidseits.

Fazit:

Die Sensitivität der CT für eine Spondylodiszitis ist geringer als die MRT, allerdings lassen sich die paravertebralen Epiphänomene wie Lymphknoten und Weichteilformationen dennoch zeigen und sollten bei der Differentialdiagnose des schmerzhaften Abdomens, insbesondere bei Ausstrahlung in den Rücken in Betracht gezogen werden.

Das “Vakkumphänomen” in dem entsprechenden Bandscheibenfach schließt die Spondylodiszitis nicht aus !